Artikel-ID 20091019-2 19.10.2009 „Apophis alias Armageddon" – das jüngste Gericht fällt vorerst aus Diesen Artikel als Pdf-Dokumet herunterladen 20091019-2-Apophis_alias_Armageddon (kfs) Bei einer Tagung der Society’s Division for Planetary, einer Abteilung der Sciences American Astronomical in Puerto Rico am 8. Oktober 2009, stellten Steve Chesley und Paul Chodas vom Jet Propulsion Laboratory der NASA neue Untersuchungsergebnisse zu Apophis vor. Danach ist die Wahrscheinlichkeit, das die im Jahr 2004 entdeckte Riesenkartoffel aus unserem Sonnensystem bei ihrer übernächsten Annäherung im Jahr 2036 auf die Erde stürzt, von 1:45.000 auf 4:1.000.000 beträchtlich gesunken. Ursprünglich wurde die Chance eines Einschlages von der NASA für das Jahr 2029 sogar mit 2,7% angegeben. Offensichtlich gibt es zur Zeit jedoch unterschiedliche Daten zu Apophis und es bleibt zu hoffen, dass die NASA die Daten aktuell einpflegen möge oder die Abweichung von den Daten der Kollegen aus dem eigenen Haus erklärt. Laut des Earth Impact Risk Summary des Near Earth Object Program der NASA (Quelle: http://neo.jpl.nasa.gov/risk/a99942.html) beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Einschlages 1:135.000. Der Durchmesser des mit 5,87 km/s durch das Sonnensystem Reisenden wird mit 270 m angegeben. Seine Geschwindigkeit würde sich durch die Vektoraddition der Bahngeschwindigkeiten (Sytem Erde-Asteroid) und durch gravitationsbedingte Beschleunigung beim Eintritt in die Erdatmosphäre auf 12,59 Km/s, erhöht haben. Das ist ca. 12,5 mal schneller als ein Gewehrgeschoss vom Typ .223 Remington. Sein Gewicht wird mit ca. 27.000.000 Tonnen angegeben. Das entspricht ca. 675.000 Lastkraftwagen je 40 t. Die freigesetzte Energie würde 520.000.000 Tonnen TNT entsprechen. Das entspräche 40.000 Hiroshima-Atombomben (little boy).

Abb. oben: Orbitdiagramm von Apophis (blaue Linie). Die Grafik gibt die Situation am 13. April 2029, der nächsten “gefährlichen” Annäherung wieder. Das Orbit Diagramm wurde mit dem OrbitViewer erstellt (NASA, Jet Propulsion Laboratory, Kalifornia Institute of Technology: solar system dynamics). Das sich bei einem solchen Ereignis einstellende Szenario ist in „unterhaltsamer“ Weise in Hollywood-Movies, wie zum Beispiel in „Armageddon“ recht anschaulich skizziert. Die Folgen für die Biosphäre wären zwar dramatisch, eine Zäsur im Artenspektrum ist dabei jedoch nicht zu erwarten. Hierzu bedarf es größerer und schnellerer kosmischer Projektile. Mit Sicherheit würde aber unsere Zivilisation unter dem Stress erheblich leiden. Die Gesellschaft, so wie wir sie heute kennen, würde nach dem Ereignis eine völlig andere sein. Für das Erste scheinen wir, allerdings nur was Apophis angeht, von dieser Katastrophe verschont zu bleiben, auch wenn sich seine nächste Annäherung am Freitag, den 13. April! 2029 im Abstand von ca. 29.000 km ereignet. Die Geologie, Mineralogie und Paläontologie hat sich seit den Arbeiten von E. M. Shoemaker, und E. C. T. Chao (1961) über das 14,3 – 14,5 Millionen Jahre zurückliegende Ries-Ereignis und den Arbeiten von Alvarez L.W., Alvarez W., Asaro F., Michel H.V. (1980) über ein die Erde erschütterndes Ereignis an der Kreide/Tertiärgrenze, verstärkt dem Thema Impact und den Wirkungen auf die Biosphäre gewidmet, und kann heute auf beachtliche Forschungsergebnisse blicken. Insbesondere tragen Auswertungen statistischer Daten über die Häufigkeit, Art und Dimension von Einschlägen dazu bei, das Häufigkeitsrisiko und die Auswirkungen zukünftiger Ereignisse besser einschätzen zu können.
Quelle: NASA, Jet Propulsion Laboratory, Kalifornia Institute of Technology, Pasadena. Link: http://www.jpl.nasa.gov/asteroidwatch/newsfeatures.cfm?release=2332
Literaturhinweis:
E. M. Shoemaker, E. C. T. Chao (1961): New evidence for the impact origin of the Ries basin, Bavaria, Germany, in Journal of Geophysical research, Vol. 66, Washington 1961.
Alvarez L.W., Alvarez W., Asaro F., Michel H.V. (1980): Extraterrestrial Cause for the Cretaceous-Tertiary Extinction, Science 208, 1095-1108.
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